European Centre for Clinical Social Work

Suchprozesse der Seele. Die Psychologie des Erwägens

AutorInnen:

Prof. Dr. rer. pol. Dr. phil. Günter Zurhorst

Expertisen:

Theoretische Grundlagen Klinischer Sozialarbeit

Bibliographische Angabe:

Zurhorst, G. (2008): Suchprozesse der Seele. Die Psychologie des Erwägens. . Göttingen: Vandenhoeck&Ruprecht.

Zurhorst, G. (2008): Erwägungskultur und Gesundheitspsychologie. Zeittheoretische Grundlagen alternativen Forschens, in: Jüttemann, G. (Hg.): Suchprozesse der Seele. Die Psychologie des Erwägens.

Wenn wir Probleme lösen, Entscheidungen treffen, uns eine Meinung bilden, begeben wir uns in einen psychischen Vorgang des Erwägens. Seine psychologische Erforschung birgt produktive Erkenntnisse.Die ständige Suche nach Möglichkeiten, seine eigene Lage zu verbessern und das Leben schöner zu gestalten, ist ein Wesensmerkmal des Menschen und zugleich Ausdruck der Vorherrschaft des Geistes über den Instinkt. Der Suchprozess findet als ein vielfältiges Erwägen statt, das nicht nur für den kulturellen Aufstieg der Gattung Homo sapiens, sondern auch für die Ausrichtung unseres individuellen Daseins tragende Bedeutung besitzt.

In einer messend vorgehenden und vor allem laboratoriumsexperimentell operierenden Psychologie haben die erwägungsintensiven Suchprozesse der Seele bisher keine angemessene Beachtung gefunden. In enger Kooperation mit psychologisch interessierten Philosophen soll in diesem Buch eine Psychologie des Erwägens begründet werden. Dem Individuum kann diese Psychologie zu mehr psychischen Ressourcen verhelfen, ihm neue Wege erschließen und persönliche Schwierigkeiten überwinden lassen.

In gesellschaftlicher Hinsicht könnte eine praxisnahe Psychologie des Erwägens zu einer Vertiefung unseres Nachdenkens über aktuelle Zeitprobleme beitragen und die Bereitschaft fördern, auf der Suche nach guten Lösungen einerseits veränderungsoffen und wagemutig voranzuschreiten und andererseits mögliche Risiken richtig einzuschätzen, indem alle relevant erscheinenden Argumente sorgfältig gegeneinander abgewogen werden.