
Die neue Ausgabe der Klinischen Sozialarbeit richtet den Blick bewusst weg von einer rein pathologischen Perspektive hin zu einem umfassenderen Verständnis von Gesundheit. Aufbauend auf Konzepten wie der Salutogenese und der Definition der Weltgesundheitsorganisation wird Gesundheit als dynamischer, biopsychosozialer Prozess verstanden, der im Alltag der Menschen entsteht und durch gesellschaftliche sowie politische Entwicklungen geprägt ist.
Die Beiträge der Ausgabe gehen der Frage nach, wie Gesundheit historisch zum Gegenstand Sozialer Arbeit wurde, welche Rolle sie heute in der Klinischen Sozialarbeit spielt und wie subjektive Gesundheitsvorstellungen das Handeln von Klient*innen und Fachkräften beeinflussen. Dabei wird deutlich: Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit – sie umfasst Wohlbefinden, Handlungsfähigkeit und individuelle Ressourcen.
Ein historischer Rückblick zeigt die kontinuierliche Rolle Sozialer Arbeit in der Förderung von Gesundheit und gesellschaftlicher Teilhabe. Ergänzend geben Vertreter*innen zentraler Fachverbände Einblick in das Selbstverständnis und die Weiterentwicklung klinisch-sozialarbeiterischer Praxis im deutschsprachigen Raum. Empirische Beiträge verdeutlichen zudem, wie Gesundheitsvorstellungen die Nutzung von Unterstützungsangeboten beeinflussen – und warum ihre Reflexion für professionelle Interventionen entscheidend ist.
Abgerundet wird die Ausgabe durch einen Blick auf das 100-jährige Jubiläum der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen e.V., eine Buchrezension zur Gesundheitsförderung als sozialarbeiterischem Auftrag sowie einen Nachruf auf Ursula Hochuli Freund, die die Profession nachhaltig geprägt hat.
Die Ausgabe lädt dazu ein, Gesundheit in der Klinischen Sozialarbeit neu zu denken – als zentralen Bestandteil professionellen Handelns und als Schlüssel für wirksame Unterstützung im Lebensalltag von Menschen.
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